
Burgruine Hohenlandsberg
Es gibt Orte, die muss man selbst besuchen, um einen Eindruck von ihnen zu bekommen. Deshalb habe ich, Michaela Krebelder, mich – als Teil der Redaktion des „#durchblicks“ – an einem Sonntagnachmittag auf den Weg gemacht, habe mein Fahrrad genommen um diesen geheimnisvollen Ort zu suchen. Ja, genau gesucht habe ich ihn! Erstmal wusste ich nämlich nur ganz grob, wo sich die Burgruine Hohenlandsberg befindet – oder genauer gesagt das, was von ihr übriggeblieben ist.
Als ich die große Hinweistafel am Wegesrand dann entdeckte, steigerte sich meine Neugier, obwohl die Ruine noch immer nirgends zu sehen war. Dann las ich die Angaben auf der Tafel genauer und sah, dass sich das Gebüsch gleich neben dem Schild zu teilen schien. Ich ging näher heran! Genau, hier begann ein schmaler Pfad. Ich folgte ihm und stellte mir vor, wie breit und bedeutend dieser Weg vor langer Zeit gewesen sein mochte – breit genug vielleicht, um ein großes Heer mit Ross und Reitern hinauf zur Burg zu führen.
Nun aber war er zugewachsen, dicht umrankt von frischem Grün. Langsam lichtete sich das Gebüsch. Schritt für Schritt arbeitete ich mich voran, bis sich vor mir ein eindrucksvolles Szenario auftat: Reste alter Burgmauern und ein Weg, der scheinbar über einen Graben führte. Mein Blick blieb starr an einem großen Mauerdurchlass haften. Das Burgtor! Ein feiner Lichtkegel fiel hindurch, und im Halbschatten ließ sich erahnen, dass sich dahinter noch weitere Spuren der alten Festung verbargen.
Meine Fantasie ließ mittelalterliche Szenen lebendig werden: Rauch und Feuer, das Klirren von Waffen und reges Treiben im Burghof. Männer, Frauen und Kinder – vielleicht wurde hier eine Prinzessin verteidigt oder um Land und Macht gekämpft.
Die Sage vom Hohenlandsberg erzählt vom Schicksal zweier ungleicher Brüder. Der ältere, schöne Ritter Heinrich wurde vom Vater bevorzugt und erbte die stolze Burg. Sein jüngerer Bruder Jörg blieb durch eine Krankheit gezeichnet und verbittert zurück. Später verlor Heinrich seinen Besitz durch Erbstreitigkeiten. Bei der Zerstörung der Burg floh er mit seinen Schätzen in einen Keller, wo er durch einstürzende Mauern verschüttet wurde und elendiglich verhungerte.
Im Inneren der Burg entdeckte ich weitere Trümmer und geheimnisvolle Eingänge, die heute mit Gittern verschlossen sind – vermutlich zum Schutz vor allzu neugierigen Entdeckern.
Staunend sah ich mich weiter um. Die Natur hatte sich die alten Steine längst zurückerobert. Büsche und Bäume wuchsen wild und ungebändigt zwischen dem Gemäuer, Wurzeln drängten sich durch die Ritzen, und überall eroberte frisches Grün seinen Platz. Es war, als würde der Wald die Burg langsam wieder in seine Mitte nehmen. Kaum etwas erinnerte noch an das geschäftige Treiben und die Kämpfe vergangener Zeiten. Nur die alten Mauern erzählten leise von einer längst vergangenen Epoche.
Hohenlandsberg-Tour
Ab der Schutzhütte in Weigenheim führt die rund 4,6 Kilometer lange Rundstrecke über den „Roten Berg Weg“ durch den Mischwald hinauf zum Burgplateau mit den bewachsenen Überresten der ehemaligen Festung. Der Weg lässt sich gut mit dem „Steigerwald-Panoramaweg“ verbinden, der von Schloss Frankenberg über Teilstrecken bis zur Ruine führt.
Historischer Hintergrund
Die Burgruine Hohenlandsberg ist der Rest einer ehemaligen Höhenburg im südlichen Steigerwald. Sie liegt auf dem 498 Meter hohen Hohenlandsberg bei Weigenheim. Die Burg entstand vermutlich im 13. Jahrhundert und diente zunächst als Verwaltungssitz. Im 15. und 16. Jahrhundert wurde sie ausgebaut und stark befestigt. Im Bauernkrieg 1525 ein-genommen, wurde sie 1554 im Zweiten Markgrafenkrieg zerstört und verfiel anschließend zur Ruine.











