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EnergieHUB Steigerwald
ENERGIE erzeugen. VERSORGUNG sichern. WERTE schaffen.
Unter dieser Maxime wird im Landkreis Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim der EnergieHub Steigerwald entstehen. Im Mittelpunkt steht die intelligente Verknüpfung und Nutzung bestehender sowie künftiger Energie- und weiterer technischer Infrastrukturen.
Nicht die einzelnen Technologien sind dabei neu, sondern deren gezielte Zusammenführung zu einem vernetzten Energiesystem. Der geplante EnergieHUB soll als zentraler Knotenpunkt dienen und eine zukunftsfähige Perspektive für die gesamte Region eröffnen – mit dem Ziel, auch in Krisensituationen Versorgungssicherheit und Eigenständigkeit zu gewährleisten.
In unmittelbarer Umgebung treffen dafür besondere Voraussetzungen zusammen: Mit bestehenden Windenergieanlagen und dem Bürgerwindpark Steigerwald als einem Leuchtturmprojekt der bayerischen Energiewende entstehen in den nächsten Jahren rund 146,5 Megawatt Windleistung, hinzu kommen rund 60 MWp bestehende Photovoltaik. Darüber hinaus bestehen weitere Ausbaupotenziale. Ein wichtiger Baustein ist der geplante 380/110-Kilovolt-Netzkuppler des Übertragungsnetzbereibers TenneT sowie der Verteilnetzbetreiber N-ERGIE und Bayernwerk. Diese Energieinfrastruktur wird ergänzt durch mehrere im Entwicklungsraum des Hubs verlaufende Glasfaserhauptleitungen (Daten-Backbones) sowie die künftige Wasserstoffinfrastruktur als Teil des deutschlandweiten Kernnetzes. Das Zusammenspiel von nationaler Infrastruktur bei Strom, Glasfaser, Gas und Wasserstoff einerseits sowie der lokalen Initiativen zur Produktion, Speicherung, Verwertung und Weiterleitung von Energie in verschiedenen Formen machen die Einzigartigkeit des Projekts aus.
Auf dieser Grundlage werden unter anderem ein Batteriespeicher und Elektrolyseurprojekt als intelligente Lasten entwickelt sowie die Erzeugung erneuerbarer Kraftstoffe und Methanol durch Nutzung einer CO2-Quelle untersucht. Der EnergieHUB ist dabei mehr als eine Zukunftsidee: Landkreis, Regierung und Wirtschaftsministerium arbeiten bereits mit wichtigen Partnern zusammen, um den EnergieHUB voran zu bringen.
Der EnergieHUB soll damit die unterschiedlichen Potenziale der Region bündeln, miteinander verknüpfen und für neue Anwendungsfelder nutzbar machen. Das Zusammenspiel verschiedener Energietechnologien und Infrastrukturen an einem Standort und in dieser Größenordnung ist bislang einzigartig in Bayern und macht den EnergieHUB zu einem Vorzeigeprojekt. Daher entstehen nicht nur besonders gute Rahmenbedingungen für Rechenzentren und andere energieintensive Unternehmen; durch Resilienz und krisensichere Versorgungssicherheit entsteht ein Mehrwert für alle Menschen in der Region.
Landrat Dr. Christian von Dobschütz betont, dass der EnergieHUB Steigerwald Resultat unserer Strategie ist, unseren Landkreis wirtschaftlich voranzubringen. Das Thema Energie sei damit ein ganz gewichtiger Baustein: „Wir haben analysiert, was wir besonders gut können, welche Gunstfaktoren in unserem Landkreis vorhanden sind. Der EnergieHUB bringt im Ausbauzustand erneuerbare Energie, Speichermeiden, Datenleitungen und Umspanntechnologie so geschickt zusammen, dass damit eine hohe Wertschöpfung vor Ort entsteht. Zudem steigern wir unsere Widerstandsfähigkeit, sind sehr gut vorbereitet auf einen möglichen Blackout und extreme Wetterereignisse. Wir sind sogar in der Lage, für das übergeordnete Netz als sogenannte Schwarzstartregion dienen zu können.“
Auch Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger zeigt sich vom Projekt überzeugt. Er wird die weitere Entwicklung begleiten und die Schirmherrschaft übernehmen.
Aiwanger: „Der geplante EnergieHUB im Steigerwald ist ein Gewinn für die Region und weit darüber hinaus. Genau solche Projekte brauchen wir, wenn wir die Energiewende vor Ort voranbringen wollen. Entscheidend ist, dass Kommunen, Landkreise, der Freistaat, Unternehmen, Netzbetreiber und die Wissenschaft an einem Strang ziehen. Dass der durch uns geförderte EnergienutzungsplanPlus (ENP+) die Grundlage für die Entwicklung des Projekts geschaffen hat, zeigt, wie wichtig eine vorausschauende und praxisnahe Energieplanung ist. Energienutzungspläne sind ein wichtiges strategisches Instrument, um die Energiewende vor Ort umzusetzen. Und auch unsere Unterstützung gemeinsam mit der Regierung von Mittelfranken für den Bürgerwindpark Steigerwald als zentrale Säule dieses EnergieHUBs zahlt sich damit aus. So bringen wir die regionale Wertschöpfung voran und schaffen einen Mehrwert für die Menschen vor Ort.“
Regierungspräsidentin Dr. Kerstin Engelhardt-Blum unterstreicht die Bedeutung des Projekts insbesondere mit Blick auf die Sicherheit kritischer Infrastrukturen: „Angesichts zunehmender Bedrohungen für kritische Infrastrukturen ist es notwendig, frühzeitig neue Versorgungsmodelle und Strategien zu entwickeln, die uns gegen mögliche Ausfälle absichern können. Das Energiesystem der Zukunft muss effektiv und resilient sein. Der geplante EnergieHUB im Landkreis Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim bietet hierfür einen idealen Entwicklungsraum.“
Der EnergieHUB Steigerwald wird damit zum Pilotprojekt für den Freistaat und soll die zentrale Frage der zweiten Hälfte der Energiewende beantworten: „Wie kann das Energiesystem der Zukunft gebaut sein, damit es nicht nur erneuerbar und wirtschafltich sondern auch resilient ist, wenn es darauf ankommt?“, so Landrat von Dobschütz.
Eine konkrete Antwort darauf gibt es noch nicht. Aber in den kommenden Monaten werden Netzbetreiber und Kommunen in Zusammenarbeit mit Akteuren aus Unternehmen, der Wissenschaft sowie weitere Projektpartner auf Grundlage der bisher bereits erarbeiteten Kenntnisse eine passgenaue und umsetzbare Strategie für ein Energiesystem der Zukunft in der Region entwickeln. „Unser Ziel ist es, aus den bereits vorhandenen und entstehenden Infrastrukturen ein vernetztes Energiesystem zu entwickeln, das Versorgungssicherheit, wirtschaftliche Entwicklung und regionale Wertschöpfung miteinander verbindet“, betonen Landrat Dr. Christian von Dobschütz, Staatsminister Hubert Aiwanger und Regierungspräsidentin Dr. Kerstin Engelhardt-Blum abschließend gemeinsam.