Neuigkeiten aus Frankens Mehrregion
Aus Amt & Kreis
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
wie können wir unseren Landkreis weiter voranbringen? Wo liegen unsere besonderen Stärken, und wie machen wir daraus neue Chancen für die Menschen und Unternehmen vor Ort? Diese Fragen beschäftigen mich kontinuierlich. Ein wesentliches Ziel ist dabei, unseren Landkreis wirtschaftlich zu stärken, Arbeitsplätze zu sichern und neue Perspektiven zu eröffnen.
Eine besondere Chance bietet uns dabei das Thema Energie. Darüber habe ich ja an dieser Stelle bereits häufiger berichtet. Hier verfügt unsere Region über sehr günstige Voraussetzungen. Insbesondere im Raum Steigerwald. Bestehende Windenergieanlagen und der künftige Bürgerwindpark Steigerwald werden in den kommenden Jahren zusammen rund 146,5 Megawatt Windleistung bieten. Hinzu kommen bereits heute rund 60 Megawatt installierte Photovoltaikleistung. Der geplante Netzkuppler, hochleistungsfähige nationale Datenleitungen, die dort verlaufen, und das künftige Wasserstoffkernnetz ergänzen diese Möglichkeiten. So ist die Idee des „EnergieHUBs Steigerwald“ entstanden.
Was verbirgt sich dahinter?
Der Ausdruck „HUB“ wird häufig für einen Knotenpunkt verwendet. Der EnergieHUB Steigerwald kann in seiner finalen Ausbaustufe also ein Knotenpunkt für ein regional gedachtes, resilientes Energiesystem sein, dass vor Ort Wertschöpfung mit sich bringt.
Was kann daraus konkret entstehen?
Genau an dieser Antwort arbeiten wir gerade. Zusammen mit Experten aus der Wissenschaft, Netzbetreibern und Unternehmen. Entwickelt werden könnte etwa die Herstellung erneuerbarer Kraftstoffe oder von Methanol unter Nutzung einer CO2-Quelle. Denkbar ist auch die Verbindung von Energieversorgung und Dateninfrastruktur, etwa für heimische Unternehmen oder Rechenzentren.
Was ist unser Ziel hinter diesem Konzept?
Hinter alledem steht letztlich unsere Intention, dass Arbeitsplätze und Einkommen in unserem Landkreis entstehen - und sich so auch künftig wirtschaftliche Entwicklungsperspektiven (ins-besondere auch für unsere Kinder) eröffnen. Mit diesem integrativen Ansatz nehmen wir jeden-falls eine Vorreiterrolle in Bayern ein. Auch deshalb hat Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger die Schirmherrschaft übernommen. Im Steigerwald kann gezeigt werden, wie die Energieversorgung der Zukunft wirtschaftlich, erneuerbar und widerstandsfähig gestaltet werden kann.Bei all diesen Chancen ist mir aber eine Einordnung wichtig: Der EnergieHUB bezeichnet einen größeren Entwicklungsraum mit verschiedenen Standorten. Gemeint ist kein einzelner großer Industriekomplex und keine Ansammlung von Großprojekten, etwa unmittelbar am geplanten Netzkuppler bei Markt Bibart/Scheinfeld. Ebenso wenig steht heute fest, was davon tatsächlich realisiert werden kann und wird. Wir stehen ganz am Anfang. Wir sehen Potentiale. Und wir würden keinen guten Job machen, wenn wir nicht überlegen würden, wie wir aus diesen Potentialen auch reale Chancen generieren könnten. Zugleich ist aber auch klar: Wir werden die Menschen vor Ort mitnehmen und gemeinsam einen Weg suchen, der trägt. Oder anders formuliert: Mögliche Projekte müssen am Ende des Tages auch zu unseren Kommunen und unserer Heimat passen.
Ihr
Dr. Christian von Dobschütz, Landrat