Neuigkeiten aus Frankens Mehrregion
Aus Amt & Kreis
Liebe Leserin, lieber Leser,
Wahlen sind ein Herzstück unserer Demokratie. Aber sie sind mehr als nur Zahlen, Prozentpunkte und Sitzverteilungen. Hinter jeder Kandidatur steht ein Mensch, der bereit ist, Verantwortung zu übernehmen, sich zu zeigen – und sich dem Urteil der Bürger zu stellen.
Kreistagswahlen
Deshalb gilt mein erster und wichtigster Gedanke allen, die sich bei der Kommunalwahl am 8. März 2026, bzw. „der Verlängerung“ am 22. März 2026 zur Wahl gestellt haben: Danke. Allen Gewählten gratuliere ich sehr herzlich. Sie haben das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger erhalten – das ist Auftrag und Verpflichtung zugleich. Mein besonderer Dank gilt aber auch all jenen, bei denen es am Ende nicht gereicht hat. Eine Niederlage schmerzt. Wer sich engagiert, investiert Zeit, Energie und oft auch viel Herzblut. Dass man sich trotzdem zur Wahl stellt, verdient größten Respekt. Denn genau davon lebt unsere Demokratie: vom Mitmachen. Vom Mut, Verantwortung zu übernehmen – unabhängig vom Ausgang. In der öffentlichen Debatte haftet „den Verlierern“ mitunter genau ein solches Image an. Aber das sind Sie weiß Gott nicht. Sie haben vielmehr dazu beigetragen, dass es überhaupt eine Wahl gibt. Das verdient unser aller Respekt und Anerkennung. Die genauen Wahlergebnisse zur Kreistagswahl finden Sie auf Seite 4–5 dieses #durchblicks und, im Detail, auf unserer Homepage wahlen.kreis-nea.de. Insgesamt zeigt sich: Unsere kommunale Landschaft bleibt vielfältig. Die Kräfteverhältnisse haben sich punktuell verschoben, neue Gesichter kommen hinzu, erfahrene scheiden aus. Das ist kein Bruch, sondern Ausdruck unserer lebendigen Demokratie.
Künstliche Intelligenz und Digitallotsen
Während sich die Gremien also neu sortieren, richten wir im Landratsamt den Blick konsequent nach vorne. Ein zentrales Thema dabei: Künstliche Intelligenz. Aktuell arbeiten wir an einer eigenen KI-Strategie. Unser Ansatz: Chancen nutzen, Risiken bewusst begrenzen. KI ist für uns wichtig. Weil wir als Verwaltung unter Druck stehen. Die Aufgaben, die uns der Staat zuweist, werden mehr und komplexer. Die Bürgerinnen und Bürger erwarten von uns – zurecht – möglichst kurze Bearbeitungszeiträume. Und erfahrene Kolleginnen und Kollegen scheiden auf Sicht aus, wo sich die Frage stellen wird, wie wir diese ersetzen können. KI kann vor dieser Gesamtlage Optionen bieten. Sie ist sicher kein Allheilmittel. Sie kann aber ein starkes Werkzeug sein. Ganz konkret: Anträge könnten automatisch vorstrukturiert werden, so-dass Mitarbeiter schneller entscheiden können. Bürgeranfragen lassen sich intelligent vorsortieren und zügiger beantworten. Förderprogramme, Bauanträge oder komplexe Datensätze können analysiert werden, ohne dass sich jemand durch hunderte Seiten kämpfen muss. Kurz gesagt: Weniger Zeit für Routine – mehr Zeit für die eigentlichen Entscheidungen. Aber klar ist auch: KI ersetzt keine Menschen. Sie unterstützt sie.Deshalb setzen wir bewusst auf Beteiligung. Als eine von mehreren Weichenstellungen haben wir dazu in unseren Fachbereichen Digitallotsen ausgebildet – Kolleginnen und Kollegen, die neue Technologien erproben, Wissen weitergeben und als erste Ansprechpartner dienen. Sie sind so etwas wie Brückenbauer zwischen Technik und Alltag. Denn am Ende entscheidet nicht die Soft-ware über den Erfolg – sondern die Menschen, die sie sinnvoll einsetzen.
Wasserstoffstrategie
Ein weiteres Zukunftsthema, das wir gegenwärtig aktiv vorantreiben, ist Wasserstoff. Unsere Aus-gangslage ist gut: Überschüsse beim Windstrom und die Perspektive, dass ab 2032 das Wasserstoff-Kernnetz durch unseren Landkreis führt. Das ist eine echte Chance für uns, wie ich bereits berichtet habe: Für neue Wertschöpfung. Für innovative Unternehmen. Für eine Energieversorgung, die klimafreundlich und wirtschaftlich zugleich ist. Genau deshalb bringen wir dieses Thema voran – und genau deshalb veranstalten wir am 29. April 2026 einen „Wasserstoff-Schaufenstertag“. Wir wollen zeigen, was möglich ist. Wir wollen vernetzen. Und wir wollen Lust machen auf das, was kommt.
Bis zur nächsten Ausgabe! Bleiben Sie gesund und optimistisch,
Ihr Dr. Christian von Dobschütz, Landrat
